Kandidatur von Martin Hantke für den Parteivorstand

  • Geb. in Saarbrücken, 1966
  • Landesverband NRW, KV Bochum
  • Mitglied im Sprecherrat der LAG Frieden und Internationale Politik NRW; Delegierter für die BAG Frieden und Internationale Politik
  • Leiter des Verbindungsbüros Brüssel der Linksfraktion im Bundestag; aktuell in Elternzeit mit Sohn Karl (geboren im Mai 2012)

Liebe Genossinnen und Genossen,

in der größten Krise des Kapitalismus seit 1929 ist eine starke Linke in Deutschland notwendiger denn je. Wir sollten uns deshalb die positiven Erfahrungen der Linken in Frankreich, Griechenland, den Niederlanden und Spanien zu Nutze machen. Mit einem klaren sozialen und friedenspolitischen Profil ist es dort gelungen, Millionen von Menschen neu für die Linke zu gewinnen. Dies ist auch in Deutschland möglich, und ich möchte mich mit meinen Erfahrungen in der internationalen Politik daran beteiligen, dass uns dies auch in diesem Land wieder gelingt. Ich bin überzeugt: Wenn wir die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung in den Mittelpunkt unserer politischen Arbeit stellen, dann hat DIE LINKE eine Chance, an alte Stärke anzuknüpfen und neue Kraft zu gewinnen.

Am Wahlkampf des französischen Präsidentschaftskandidaten Jean-Luc Mélenchon hat sich gezeigt, dass sich die anderen Parteien nur dann bewegen, wenn sie auf eine entschiedene und konsequente Linke reagieren müssen. Was das bewirkt, zeigt Frankreich deutlich: Druck von links hat möglich gemacht, dass der französische Präsident Francois Hollande den Abzug der Kampftruppen Frankreichs aus Afghanistan für das Jahr 2012 ankündigt oder einen Spitzensteuersatz von immerhin 75 Prozent einführen will. Von unseren französischen und griechischen Genossinnen und Genossen können wir auch lernen, dass allein eine dezidierte linke EU-Kritik nationalistischen und neofaschistischen Kräften begegnen kann. Ich werbe dafür, dass wir uns dies genau ansehen und auf dieser Grundlage zusammen diskutieren und entscheiden, wie wir den Bundestagswahlkampf 2013 für DIE LINKE entsprechend profilieren.

An unsere Erfolge anzuknüpfen kann nur gelingen, wenn wir uns nicht weiter in Ost und West auseinander dividieren lassen. Unsere Antworten auf Krise und Krieg haben keine politische Himmelsrichtung oder Strömungsgeographie. Mit überwältigender Mehrheit haben wir uns vor wenigen Monaten ein Programm gegeben. Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen, dieses Programm umzusetzen. Reformforderungen und antikapitalistische Systemüberwindung sind dabei kein Widerspruch. Es gilt im Hier und Jetzt den Kampf an der Seite der Gewerkschaften, der sozialen Bewegungen und der Friedensbewegung um ein gutes Leben aufzunehmen. Damit die Reichen nicht noch reicher werden, gilt es eine starke Linke aufzubauen, die Druck macht gegen Massenentlassungen und Leiharbeit sowie für die Einführung einer Millionärssteuer und einen Rückzug der Bundeswehr aus den Auslandseinsätzen. Dazu möchte ich meinen Beitrag leisten. Eine andere, soziale und friedliche Welt ist möglich. Nur wer den Mut zum Träumen hat, hat auch die Kraft zu kämpfen!

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