Wir gestalten unsere Zukunft selbst

Wir, DIE LINKE, sind eine junge Partei mit zwei Quellorganisationen und vielfältigen, politischen und historischen Wurzeln. Wir wurden 2007 gegründet und auf Anhieb viertstärkste Partei in Deutschland. Von unseren Mitgliedern sind schon bald die Hälfte Mitglieder, die vorher weder in der PDS noch in der WASG waren, sondern neu zur LINKEN gekommen sind. Wir sind eine Mitgliederpartei. Wir haben eine äußerst aktive Mitgliedschaft. Das zeigt sich immer wieder beim Kampf gegen Neonazis und für den Frieden, bei Aktionen gegen Sozial- und Arbeitsplatzabbau, für soziale Gerechtigkeit, gegen Bankenmacht und für mehr Demokratie. Wir brauchen das vielfältige Engagement unserer Mitglieder, da dies für eine linke Partei lebensnotwendig ist. Denn wir setzen nicht auf Unternehmerspenden und Unterstützung durch die großen Medienkonzerne. Auch das unterscheidet uns von allen anderen Parteien.
Nach dem politischen Höhenflug von 2004 bis 2009 befinden wir uns jetzt in den Mühen der Ebene. Für die Parteientwicklung war der erfolgreiche Abschluss der Programmdebatte ein Meilenstein. Jetzt muss es darum gehen DIE LINKE als Mitgliederpartei zu stabilisieren und zu entwickeln. Dabei ist die Ausgangslage denkbar unterschiedlich. Wir haben Kreis- und Landesverbände mit hohem Durchschnittsalter und auch dadurch sinkende Mobilisierungsfähigkeit und Mitgliederrückgänge. Wir haben insbesondere im Westen Mitgliederzahlen die weit unter dem liegen, was wir brauchen, um tatsächlich auch flächendeckend Mitgliederpartei zu sein. Unsere gesellschaftliche Verankerung ist weiter ausbaufähig, beispielsweise bei Jugendlichen und Frauen, aber auch in Betrieben, bei den Menschen, die (noch) Arbeit haben.
Die Parteientwicklung ist für die nächsten Jahre die zentrale Herausforderung, wenn wir unserem Anspruch, Mitgliederpartei zu sein, gerecht bleiben wollen. Parteientwicklung ist dabei viel mehr als Mitgliederwerbung und -bindung. Es geht um Organisationsentwicklung, um Information und Kommunikation, um Qualifizierung und Bildung, um Finanzen, Arbeits- und Organisationsstrukturen.
In den letzten beiden Jahren wurden deshalb zu diesen Aufgaben vielfältige Projekte angestoßen. Als Beispiele seien genannt: die Zusammenfassung dieser Aufgaben in einem gemeinsamen Bereich Kampagnen und Parteientwicklung in der Bundesgeschäftsstelle, die Durchführung zentraler Kreisvorsitzendenberatungen (wir haben mittlerweile mit rund 360 Kreisverbänden eine flächendeckende Präsenz in Ost und West), vielfältige Aktivitäten zur Entwicklung einer politischen Kampagnenfähigkeit auch außerhalb von Wahlkämpfen, der Ausbau unserer Bildungsarbeit einschließlich einer gezielten Nachwuchsförderung, die Einrichtung eines Netzwerks Mitgliedergewinnung, -kommunikation und –beteiligung und vieles mehr.
Zwei Projekte sollen besonders hervorgehoben werden: Das PROJEKT LINKE 2020 und im Rahmen eines Kommunikationskonzeptes die Entwicklung eines Mitgliedermagazins.
Mit dem Start des Projekts LINKE 2020 im Herbst 2010 haben wir einen beteiligungsorientierten zielgerichteten Prozess der umfassenden Betrachtung unserer Organisationsstrukturen angestoßen,mit dem Ziel, auch 2020 eine aktive Mitgliederpartei als Grundlage zur Verwirklichung unserer grundlegenden politischen Ziele Solidarität – Gerechtigkeit –Demokratie – Frieden sein zu können.
Folgerichtig zur beschriebenen Ausgangssituation hat das Projekt die Themen Mitgliederentwicklung und Qualifizierung, Bürgernähe und Aktionsfähigkeit, innerparteiliche Kommunikation und demokratische Willensbildung sowie Finanzen und Strukturen diskutiert und dazu erste Vorschläge erarbeitet. Jetzt muss es darum gehen, gleichzeitig auf allen Ebenen weiter zu diskutieren, aber auch gemeinsam erarbeitete Ergebnisse umzusetzen. Diese Methode eines gleichzeitigen, zielgerichteten, demokratischen Entwicklungsprojektes ist ein spannendes Angebot für alle, die an einer Stabilisierung und Weiterentwicklung interessiert sind.
Seit vielen Jahren (auch schon vor der Parteigründung) wird über die Notwendigkeit eines Mitgliedermagazins diskutiert. Jetzt gibt es endlich, auf Initiative von Caren Lay und mir, ein vorzeigbares und machbares Konzept für ein zentrales Mitgliedermagazin, das alle Mitglieder nach Hause bekommen sollen. Startschuss ist der Parteitag in Göttingen. Ich bin auf die Reaktionen, Kritik und Vorschläge zum Mitmachen gespannt

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